Die Sache mit der Atmoshäre

Eine passende Atmosphäre ist natürlich das A und O eines guten Buches. Doch sie heraufzubeschwören ist gar nicht so einfach. Wie genau geht das also? Eigentlich ergibt sich die Atmopshäre einfach im Laufe der Geschichte. Für den Fall, dass nicht, habe ich für Lola ein paar Tipps zusammengestellt.


Adjektive helfen da natürlich immer, aber wenn man zu viele benutzt, wirkt der Text überladen, also achte darauf, dass du wirklich ein richtig passendes Adjektiv benutzt und nicht drei halbwegs passende (bei Word gibt es eine Synonym-Funktion, da findet man manchmal genau das richtige ;-) ). Ansonsten musst du natürlich das nötige Setting schaffen, also die Umgebung beschreiben. Wichtig dabei: Nicht erst mal eine Seite lang genau berichten, wo welcher Stuhl steht. Vielleicht ein, zwei einleitende Sätze, wenn deine Hauptperson z.B. in einen neuen Raum kommt und dann geht's gleich weiter in der Handlung. Dann kannst du zwischendurch immer mal wieder beiläufig ein paar Details einfließen lassen. Am besten, du machst jeden Ort in irgendeiner Hinsicht zu etwas besonderem, gibst ihm ein Merkmal, zum Beispiel in einem langweiligen Büro ein hässliches Bild an der Wand oder du erwähnst, dass es ganz grau eingerichtet ist, um die Langweile zu betonen. Was ich auch ganz wichtig finde - beschreibe nicht nur einen Ort, eine Stimmung, sondern lass die Charaktere auch dementsprechend handeln. Wenn sie zum Beispiel nachts durch einen nebeligen Wald gehen und du Gruselfeeling möchtest, dann sollten sie nicht kichern (und wenn, dann nur nervös) und auch nicht mal reden, rufen, oder gehen. Sie schleichen oder stolpern dann, sie wispern und flüstern und wenn sie sich erschrecken, dann schreien oder kreischen sie. Auch die Wahl der Verben ist also durchaus eine Sache für sich (allgemein gilt eben: lieber weniger Wörter, aber dafür genau die richtigen. Auch bei Substantiven: ganz banales Beispiel - 'großer, flacher Fernseher' lässt sich prima durch 'Flatscreen' ersetzen und 'langer Tisch mit vielen Gedecken und wichtigen Leuten' durch 'Tafel'). Aber auch die handelnden Personen machen wie schon oben erklärt einen Unterschied. Und generell geht bei der Atmosphäre viel über den Stil. Ich glaube, düstere Szenen vertragen viel mehr lange Sätze und Beschreibungen als lockere, alltägliche Situationen wie ein Gespräch auf dem Schulklo. Spannende Stellen brauchen kurze Sätze, abgehakte Sätze. Große Erleuchtungen kann man gut darstellen, in dem man viele ganz kurze Absätze macht. Historische oder altmodische Szenen kann man mit ein paar ebenfalls altmodischeren Worten wie 'Kanapée' statt 'Couch' oder auch Schachtelsätzen aufpeppen. Lustige Szenen können durchaus ein bisschen Sarkasmus vertragen. Traurige Szenen schreibe ich persönlich auch immer eher mit kurzen Sätzen. Verzweiflung kann man dadurch provozieren, dass man einen Satz oder Satzanfäng mehrmals wiederholt usw. Für jedes Buch gibt es da so ein bisschen den richtigen Stil. Den zu finden ist schwer und einen richtigen Trick gibt es nicht - außer: viel lesen. Am besten ein Buch, das deinem eigenen vom Setting her relativ ähnlich ist, dann kannst du auch gleich ein paar nützliche Vokabeln sammeln.
Ansonsten gibt es da eigentlich kaum Tipps, die ich dir geben kann, weil die Atmosphäre sich meistens einfach so ergibt. Wenn du das Gefühl hast, du befindest dich selbst im Buch, wenn du alles ganz genau vor dir siehst, wenn du an lustigen Stellen ein bisschen lächelst und an traurigen Stellen selbst mal verstohlen blinzeln musst - dann hast du irgendetwas richtig gemacht. Das kommt mit der Zeit und ob du es wirklich geschafft hast, können dir eigentlich nur Probeleser sagen. Es gilt wie bei fast allem eben 'Übung macht den Meister' - und: Viel Lesen!