Hinter den Kulissen...

'Wild wie der Westwind' kann man überall kaufen, im Internet bestellen und es hat eine eigene ISBN. Aber bis dahin ist es ein weiter Weg. Alles aus dem Autoren-Alltag erfährst du regelmäßig im Blog. Aber was kam davor? Wie und wo entstanden Wild Whisper und Konsorten? Die Vorgeschichte...

Ein paar Fakten...

 Anfang:

Sommer 2006

 Schreibdauer:

2 Jahre und 4 Monate

 Ende:

November 2008

 Erster Leser:

Amelie S.

 Erstes Absendedatum:

10.2.2009

 Erstes Absagedatum:

27.5.2009

 Absendedatum Papierfresserchen-Verlag:

21.8.2009

 Zusagedatum:

26.9.2009

 Seitenzahl:

ca. 300

 Seitenzahl DIN-A4:

139 ( inkl. Vorderseite )

 Vorherige Titel:

Das Flüstern des Windes

Rennen mit dem Wind

Sturm des Westens

 Erste Vorstellung:

20.März 2010


Die Geschichte des Buches

Eigentlich habe ich schon immer gerne geschrieben, aber Wild wie der Westwind war das erste Buch, dass ich wirklich bis zum Ende geschrieben habe.

 

Wie alles begann...

Als ich gerade elf Jahre alt war, oder gerade noch zehn, das weiß ich nicht mehr so genau, habe ich einen Bericht über die wilden Mustangs im Fernsehen gesehen. Ich war so empört darüber, wie mit diesen Pferden verfahren wurde, dass ich beschloss, ein Buch darüber zu schreiben. Zu dieser Zeit war ich noch ziemlich naiv, und ich war der festen Auffassung, mein Buch würde ein Bestseller werden und alle Leute würden merken, was für tolle Pferde Mustangs sind und sie dann retten.

 

Gesagt, getan

In der Dusche habe ich mir die Story ausgedacht, die damals noch von einem reinen Mustang, der Springpferd werden soll, und einem reinen Indianermädchen handelte. Am nächsten Tag begann ich mit dem Schreiben und ab da blockierte ich regelmäßig den Familiencomputer. Ich redete auch manchmal unaufhörlich von dem Buch und handelte mir deswegen desöfteren Krach ein.

 

Vom Anfang bis zum Ende

Das Schreiben sollte über zwei Jahre dauern. Im November 2008 war ich mit dem Buch fertig, und es hatte stolze 134 DIN-A4 Seiten. Während das Buch entstanden war, hatte ich dreimal Schule gewechselt, ich war wieder zurück nach Deutschland gezogen und meine Lieblingspferde hatten auch ständig gewechselt. Das einzige, was konstant blieb, war eben dieses Buch. Wenn ich nach Hause kam, egal aus welcher Schule, konnte ich weiterschreiben und mich in dieser von mir erfundenen Parallelwelt aufhalten, bis ich ins Bett musste. Dann konnte ich alle Sorgen aus dem echten Leben vergessen und mir stattdessen Gedanken über die Probleme anderer Leute machen. Manchmal war es schwer, über den heißen Sommer zu schreiben, wenn es draußen schneite, aber es gelang mir fast immer, einzutauchen. Wenn ich gerade nicht schreiben konnte, weil ich zum Beispiel in der Schule war, dann zeichnete ich Bilder oder ich dachte mir den nächsten Teil schon mal aus, um ihn später aufzuschreiben.

Das schwerste war vielleicht, am Ball zu bleiben. Leute, die selbst schreiben, kennen es: Es gibt Tiefpunkte in einer Geschichte, die erzählt werden müssen, auch wenn man selbst schon in dem nächsten, viel aufregenderen Teil ist. Oder man weiß nicht mehr, wie man weiterschreiben soll. Manchmal fallen einem Ideen zu neuen Büchern ein und man möchte diese gerne aufschreiben, aber das hatte ich schon mehrmals gemacht, mit dem Erfolg, dass die Bücher, die ich bereits angefangen hatte, bevor ich Wild wie der Westwind anfing, alle höchstens zwei Kapitel umfassten. Diesmal wollte ich nicht aufgeben. Und so schaffte ich es bis zum Ende.

 

Und was jetzt?

Tja, nun hatte ich dieses fette Manuskript auf dem Computer und wusste nicht so recht, was ich damit machen sollte. Natürlich sollte es zum Verlag, aber zu welchem? Und wie?

Zuerst einmal überredete ich meinen Vater, es auszudrucken. Ich las es auf einer Autofahrt Korrektur und überredete meinen Papa dann, es nochmal auszudrucken. Drei Exemplare machte er, und eines gab ich meiner Freundin aus dem Reitstall. Sie las es innerhalb eines Wochenendes und versicherte mir, es sei sehr spannend. Den 'Feedbackbogen' füllte sie auch aus, und das Ergebnis war zufreidenstellend. Da war ich erst einmal erleichtert.

 

Die Sache mit dem Titel...

Ursprünglich wollte ich das Buch 'Das Flüstern des Windes' nennen. Dieser Titel existierte allerdings bereits und er passte auch nicht so recht zu dem Buch. Also wurde das erste Manuskript mit dem Titel 'Rennen mit dem Wind' ausgedruckt, der meiner Meinung nach ziemlich gut passt. Meine Familie meinte doch, er wäre ungeeignet, und so knobelte ich eine Weil vor mich hin, bis ich mich mit mir selbst und meiner Familie auf den Namen 'Wild wie der Westwind' einigte.

 

Auf zum Verlag!

Immer noch fest davon überzeugt, mein Buch sein das, auf das die Leserschaft gewartet habe begann ich, ein Exposé und eine kurze Zusammenfassung zu schreiben, außerdem ein Anschreiben an den Verlag. Schließlich wählte ich noch eine Leseprobe aus. Meine Eltern korrigierten alles geduldig, ich packte den Stoß Papier in eine blaue Plastikmappe und ab ging's in den Briefkasten. Ich hatte, größenwahnsinnig wie ich war, einen großen, bekannten Jugendbuchverlag gewählt und in der ersten Februarwoche war es dann unterwegs.

Jetzt begann das Warten. Jeden Tag ging mein erster Gang nach der Schule zum Briefkasten, und immer war er leer oder gefüllt mit Briefen an die anderen Familienmitglieder oder an mich - allerdings von meiner Freundin. Irgendwann schickte ich noch ein zweites Exposé an einen zweiten Verlag, aber auch da meldete sich niemand.

Dann, Ende Mai, lag tatsächlich der langersehnte Brief im Kasten. Und was war es? Eine Absage. Jaja, ich würde gut für mein Alter schreiben, aber sie bräuchten eine Pferdebücher.

Enttäuscht und gleichzeitig auch ein bisschen wütend auf mich selbst, da ich mir ja ernsthafte Hoffnungen gemacht hatte, schickte ich das Exposé gleich an den nächsten Verlag. Und als die nächste Absage kam, schickte ich sie wieder gleich los.

 

Die Leserschaft...

Írgendwann hielt ich es auch vor meiner neusten, insgesamt sechsten Klasse nicht mehr geheim und erzählte einem Mädchen via 'Briefbuch', einer Art Zettelchensammlung, von meinem Buch. Die wollte es prompt lesen. Ich gab es ihr und irgendwann sprach sie mich mal darauf an. Ein paar bekamen es mit und die Katze war aus dem Sack. Das war vielleicht auch nicht schlecht, denn wenn ich im Unterricht zeichnete und es kamen soi merkwürdige Szenen heraus wie ein Pferd, der gegen ein Lasso kämpften, dann haben sich ein paar wahrscheinlich etwas gewundert.

Zusätzlich zu der ersten las es noch eine zweite, und beide dekorierten es eifrig mit Kommentaren, die mir weiterhalfen und mich ermutigten. Ich wusste: Was ich geschrieben hatte, war nicht auf Bestsellerniveau, aber auch nicht schlecht.

Meine Eltern hatten es allerdings immer noch nicht gelesen.

 

Kleinere Brötchen

Irgendwann kam die dritte Absage und ziemlich zeitgleich entdeckten wir einen Artikel in der Zeitung, der von einem Mädchen handelte, die zehn Jahre alt war und ihr erstes Buch beim Papierfresserch-Verlag veröffentlicht hatte. Meine Mutter schlug mir vor, es doch dort zu probieren, aber ich wollte davon zuerst nichts wissen. Das war ein Mini-Verlag, und ich wollte mein Buch im Buchladen sehen, nicht auf irgendeiner Homepage.

Da jedoch nirgends etwas vom DKZ ( Druckkostenzuschuss ) stand, begann ich langsam, weckte der Verlag doch meine Neugierde, zumal viele der Bücher fünf Sterne auf Amazon hatten. Das schafft meins auch!, dachte ich, wir druckten das ganze Manuskript noch einmal verbessert aus und schickten es in den Sommerferien los.

Zwischendurch schickte ich mal eine E-Mail, ob das Manuskript auch wirklich angekommen sei, und man versichterte mir, dass es da sei, es müsste nur noch geprüft werden.

 

ZU-SA-GE, ZU-SA-GE

Die E-Mail kam kurz nach den Sommerferien, an einem Freitag. Als ich die Zeilen las, rannte ich hoch in mein Zimmer und freute mich erst mal still und heimlich, bzw. ich sprang mit solcher Wucht auf mein Bett, dass der Lattenrost erst einmal auf den Boden krachte. Ich baute ihn wieder ein und berichtete meiner Mutter dann ganz nüchtern von der E-Mail.

Da wir noch am gleichen Tag nach Berlinf fuhren, um meine Großeltern zu besuchen, hatte ich eine ganze Autofahrt Zeit, um nachzudenken. Zum Beispiel darüber, wie ich die 150 Vorbestellungen zusammenbekommen sollte, die vor dem Druck gefordert wurden.

In Berlin verkündete ich es meinen Geschwistern und meinen Großeltern und machte mich dann an die Planung der Zukunft.

 

Warten II und Katze-aus-dem-Sack II

Jetzt war zwar die Bestätigung da, aber es ging nicht so recht vorwärts. Der Kontakt ging eher schleppend, auch, weil mein E-Mailprogramm sich öfter mal für den Streik entschied. Fragen mussten gestellt werden, und dann war die Frau vom Verlag eine Weile zu beschäftigt, um sich auch noch um mein Buch zu kümmern. Schlielich, Anfang Dezember, bekamen wir endlich den Vertrag. Er wurde flugs unterschrieben, eingescannt und zurückgeschickt und dann machten wir uns ans Sammeln der Vorbestellungen.

Meine Klasse erfuhr von dem ganzen druch einen Zufall. Ich wurde gefragt, ob ich nicht etwas für die Schülerzeitung schreiben wolle, und dann kam der Vorschlag von einer Klassenkameradin, ich solle doch mein Buch abdrucken, als eine Art Fortsetzungsroman. Mir rutschte heraus, dass das nicht ging, weil es jetzt erscheinen würde und demnach unter Copyright stand. Da waren alle baff.

Ich war baff, weil mir das einfach so herausgerutscht war, und ich mir davor die ganze Zeit den Kopf zerbrochen hatte, wie ich es ihnen sagen sollte. Meine Klasse, von der leider nur die Hälfte da war, war natürlich ebenfalls baff. Am baffsten allerdings war wohl der Französischlehrer, der es gar nicht glauben konnte.

 

Alles, was danach kam, ist peinlich genau im Blog dokumentiert!