And the painful beauty about last times is...

Eigentlich ist dieser Blogpost hinfällig. Denn bestimmt habt ihr schon gemerkt, dass ich länger nichts mehr geschrieben habe. Aber ich vergesse das ja häufiger, oder vielmehr nehme ich es mir vor und verpeile es dann doch ständig. Diesmal aber war es irgendwie anders. Eine Weile lang konnte ich nichts schreiben, nicht, weil ich auf Reisen war wie sonst manchmal, nicht, weil die Uni so stressig war oder ich krank war oder es sonst irgendetwas rational schwerwiegendes gab, das mein Schreiben verhindert hätte. Ich möchte hier jetzt auch gar nicht in die Tiefe gehen und so lasse ich euch dieses eine Mal im Dunklen, in der Hoffnung, in ein paar Jahren oder auch Jahrzehnten auf die letzten Wochen zurückblicken zu können und sagen zu können: Das war der Tiefpunkt, aber auch der letzte Tiefpunkt.

Dabei müsst ihr euch um mich keine Sorgen machen: Ich genieße gerade ein entspanntes Semester, finde endlich wieder Zeit zum Reiten, für Musik und kurioserweise auch für das Schreiben. Und das letzte überrascht mich fast am meisten. Denn vor ein paar Wochen war ich noch fest davon überzeugt, dieses Lebensprojekt ein für alle mal zu beenden, meine Feder niederzulegen und von jetzt an ein schreibloses Leben zu führen. Das war natürlich kindischer Trotz. Und dennoch - es liegt wohl daran, dass das Schreiben ein Kindheitstraum ist, jedenfalls ist nichts daran rational und überlegt und erwachsen, sondern ich habe diesen Traum immer mit kindlichem Größenwahn und kindlicher Naivität geträumt. Und dann, plötzlich, platzte die Seifenblase, an einem Freitagabend, und die Grenze zwischen Realität und Traum wurde schmerzhaft klar gezogen und ich stand auf der falschen Seite. Oder vielleicht ist es die Richtige. Denn eigentlich finde ich die Realität auch ganz schön und lebenswert. Nur mein Traum kommt darin eben nicht vor.

Ich bleibe jetzt bewusst sehr vage. Alles, was ihr wissen müsst: Diverse Projekte sind vom Tisch. Vielleicht nicht für immer, aber für jetzt. Es stehen keine Antworten mehr aus, kein Warten mehr. Und obwohl meine Welt nach diesem Kahlschlag ein paar Tage lang gebebt hat, steht sie jetzt wieder. Anders als vorher. Ein bisschen bodenständiger. Ein paar Tage habe ich gebraucht, um mich an den Riss zu gewöhnen, diese kleine Fissur, die jetzt durch sie durchgeht und deren Entstehung immer noch ein bisschen nachhallt, aber nach diversen "Ich-schmeiße-alles-hin"-Attacken habe ich festgestellt, das jetzt gerade meine persönliche Stunde Null ist. Der Schreibtisch in meinem Kopf ist leer. Es liegen keine Pläne mehr darauf. Nur ein leeres Blatt und ein Stift, so wie ganz früher, als ich nur geschrieben habe, um zu schreiben. Ich bin selbst am meisten überrascht darüber, wie schnell es ging, wie schnell es mir gefehlt hat, wie schnell ich "Ich schmeiße alles hin" aufgeben musste. Und groß ist die Versuchung, jetzt dort weiterzumachen, wo ich aufgehört habe. Aber ich habe gelernt. Ich habe gelernt, dass es beim Schreiben nur um das Schreiben geht, um mich und das Blatt und den Stift, um niemanden und nichts sonst. Dann macht es Spaß. Dann wird es gut. Und das ist die einzige Legitimation, seine Zeit dafür aufzubringen. Wenn es Spaß macht und wenn es gut wird. Nicht, weil es veröffentlicht werden soll oder ich damit Geld verdienen will oder ich hören will, wie toll das ist.

Die gute Nachricht also: Ich schreibe. Wieder. Oder noch, trotz allem. Ich schreibe sogar so viel wie lange nicht mehr, und es macht mir so viel Spaß wie lange nicht mehr.

Die schlechte (für euch): Ich werde es vorerst nur für mich tun. Vielleicht nicht für immer. Aber für jetzt. Und ich glaube, das ist nur fair euch gegenüber. Ich habe euch immer Neuigkeiten versprochen, immer selbst geglaubt, sie seien in greifbarer Nähe, direkt um die nächste Ecke. Dieses Mal kann ich euch ganz aufrichtig und ohne jedes schlechte Gewissen sagen: ES GIBT KEINE NEUIGKEITEN. Ich weiß nicht, ob es jemals welche geben wird. Sollte es welche geben, werdet ihr sie natürlich erfahren. Ihr seid ja auch da geblieben, als es keine Neuigkeiten gab, da solltet ihr die ersten sein, die es erfahren, wenn es doch welche gibt. Aber jetzt gerade gibt es keine. Und es gibt keine Aussicht auf Neuigkeiten. ABSOLUT GAR KEINE.

Falls es welche geben sollte, werdet ihr sie genau hier erfahren. Und auf Facebook. Und auf Instagram. Denn alles wird so bleiben, wie es bisher war, nur eben unbespielt. Ich bin es leid, euch Dinge zu versprechen, die ich nicht halten kann, mir selbst Versprechen zu geben, die ich nicht halten kann. Also kehre ich zurück an den Schreibtisch, an dem es nur mich und das Blatt und den Stift gibt, und erst, wenn noch irgendetwas dazu kommt, melde ich mich wieder. Ich kann euch schon mal verraten, dass ich absolut zufrieden bin mit dem, was dort gerade entsteht. Und deswegen will ich mich mit einer Zeile daraus von euch verabschieden. Nicht für immer, sondern hoffentlich bis bald. Aber versprechen kann ich es eben nicht.

 

And the painful beauty about last times is that their meaningfulness makes them the best times, too.

 

Ja, es ist auf Englisch :)

 

Auf ein baldiges Wiedersehen - vielleicht.

Eure Katharina

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